Der Tag in Brüssel ist also ein vielfältiges und reiches Erlebnis gewesen, das wiederholt werden sollte.
Am 30. Januar 2008 sind wir, die Première- und die Terminale-Schüler der OIB-Gruppe und die Terminale der DSD-Gruppe, begleitet von Herr Ebert und Frau Lehre, die uns diese Reise ermöglicht haben, für einen Tag lang in Brüssel gewesen.
Dieser Ausflug fand auf Anregung von Schülern der Terminale im Rahmen des OIB-Themas «Europa» statt, ein Thema, das wir uns sowohl politisch als auch historisch erarbeiteten. Unser Tag wurde dem Thema entsprechend genutzt, durch die Besichtigung der Ausstellung „C’est notre histoire/ It’s our history“ des Europamuseums einerseits und den Besuch des Europaparlaments andererseits.
Das Europamuseum beherbergt zum 50jährigen Jubiläum der Römischen Verträge eine Ausstellung, die ein halbes Jahrhundert europäischer Einigungsgeschichte widerspiegelt. Diese Ausstellung weist zahlreiche moderne museumsdidaktische Mittel auf. Sowohl Bilder als auch Texte, Videos und interaktive Medien begleiten den Besucher während seiner Besichtigung. Diese Vielfalt an Materialien und Dokumenten aller Art regt beim Besucher Mitfühlen und Nachdenken an. Gegenstände aus dem Alltag der Europäer wie zum Beispiel Kleidungsstücke oder Elektrogeräte oder Gegenstände von symbolischer Bedeutung wie zum Beispiel ein Mädchenkleid, das aus den Fahnen der Alliierten genäht wurde, und der erste europäische Stahlblock, oder auch Zeugenaussagen zu wichtigen europäischen Ereignissen wie zum Beispiel das Marschtagebuch eines englischen Soldaten während der Suezkrise, schildern auf anrührende und bewegende Weise das Leben der Europäer und die Geschichte Europas. Es gelingt dieser Ausstellung den Wiederaufbau Europas in den Hauptschritten darzustellen und dabei auch die vorhandenen Hindernisse zu verdeutlichen, wie zum Beispiel die westlichen Diktaturen, die Entkolonisierung oder den Kalten Krieg zwischen Ost und West, den Fall der Berliner Mauer, die Erweiterung der Union.

Es sind Geschehnisse, die prägende Veränderungen im Leben der Europäer verursachten. Die Entwicklung der europäischen Gesellschaft im Laufe der Jahrzehnte wurde in der Ausstellung unter anderem durch drei Wohnungen dargestellt, eine aus den 1950ern, die zweite aus den 1960ern und die letzte aus den 1980er Jahren: der Beginn des Massenkonsums, die Demokratisierung des Freizeitverhaltens, die Veränderung der Rolle der Frau wurden so veranschaulicht. Im Gegensatz zu vielleicht anderen, ähnlichen Ausstellungen führt sie stärker zum Nachdenken und fordert ihre Besucher zu einer Zukunft der gemeinsamen Arbeit auf.
Am Nachmittag haben wir das Europaparlament besucht, was sich als ein einzigartiges Erlebnis erwies. Es hat einen seiner Dienstorte in Brüssel, wo Ausschüsse und Fraktionen tagen, und ist eines der fünf Hauptorgane der Europäischen Gemeinschaften und die direkte Repräsentation der Bürger. Im Plenarsaal haben wir eine aufgeheizte, aber interessante Sitzung miterlebt, bei welcher die Abgeordneten sich mit einer außenpolitischen Frage befassten (Streit um den Iran - ein Handelspartner trotz seines Atomprogramms?).

Nach der Sitzung fand ein Gespräch mit einer Abgeordneten, Frau Evelyne Gebhardt (Sozialdemokratische Fraktion), statt, bei dem diese unsere zahlreichen Fragen zur Europäischen Union und der Arbeit eines Abgeordneten ausführlich beantwortete und unsere Neugier befriedigte. Der Tag in Brüssel ist also ein vielfältiges und reiches Erlebnis gewesen, das wiederholt werden sollte. Anne-Sophie Overhoff, Schülerin
Dernière modification le 20-01-12 par