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Neues von Felix oder hinter den Kulissen der deutschen Grundschulbibliothek

von Daniela Moncys-Spaniol

Um zu wissen, wer Felix ist, muss man diesen sympathischen Artikel der Leiterin der deutschen Grundschulbibliothek lesen!

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Nicht dieser Felix!

Hallo, hier ist Felix. Welcher Felix, fragt ihr euch? Etwa die bei alt und jung beliebte französische Comic-Katze? Oder etwa der vielseitig verwendbare deutsche Kuschelhase, der ständig ausreißt und seiner Sophie das Leben schwer, aber auch ungemein prickelnd macht? Nein, hier ist Felix, 7 Jahre, 3.Klasse, weder Katze noch Hase, höchstens Leseratte, auf alle Fälle ein absoluter Tierfanatiker und Tigerfan mit Berufsziel Abenteurer. Ja das Reisen liegt mir einfach.

Mittwoch ist mein großer Tag. Da verlasse ich in aller Herrgottsfrühe, wenn alles noch schlummert, den grauen Moloch Paris und rolle über den périphérique Richtung raus nach Sèvres. Der König der Löwen als Hörkassette begleitet meine ins Weite schweifenden Gedanken. Woher er kommt, verrate ich euch später! Und schon wartet die erste Herausforderung auf mich: Schaffe ich es heute, nur über die weißen Pflastersteine vom Auto bis zum Eingang von Gambetta B zu gelangen, ohne auf die roten treten zu müssen? Yes! Lernen, lachen, laufen, ein Pausenbrot, und schon springt der Zeiger der Uhr auf halb zwölf. Geschmeidig wie eine Wildkatze schleiche ich unbemerkt durch die langen, leeren Gänge der Schule hoch in mein magisches Baumhaus: DIE DEUTSCHE GRUNDSCHULBIBLIOTHEK.

Und schon öffne ich ein Buch und tauche ein in ungeahnte Welten, tigere durch den Dschungel, erobere Burgen, kämpfe mit Piraten, schließe Freundschaften, beschütze Prinzessinnen, verfolge Meisterdetektive und vieles mehr. Einiges davon kann ich sogar als Beute mit nach Hause nehmen, unter der Bedingung, dass ich die Schatzkarten bei der doppelten Daniela hinterlege. Wer ist denn das schon wieder? Eine Neuauflage des Kästnerschen Lottchens? Nein, nein. Das sind nur meine und eine andere, gleich getaufte Mutter, die die berühmt-berüchtigte Bibliotheksbande anführen und die Ausleihe übernehmen. Verstärkung könnten sie gebrauchen. Also Mamas und Papas, erkundigt euch schnell nach der Mutprobe!

Hier noch ein kleines Geheimnis: die besten Videos der deutschen und internationalen Kinderfilmproduktion bekommt man sogar ohne Karte. Und die sind wirklich spitze: Wenn am Mittwochnachmittag eines dieser Videos bei mir zu Hause eingelegt wird, ist der Tag gerettet. Auch der tapferste Abenteurer muss sich schließlich mal fallen lassen dürfen! Und wenn ich abends müde ins Bett wandele, schlüpft Mama mit einem der Beute-Bücher zu mir unter die Bettdecke. Die Welt ist dann ganz warm und weich. Dabei bedarf es vieler Wörter, sie zu beschreiben und zu erfassen. Lange, kurze, treffende, umschreibende, wohlklingende, bizarre, logische, erklärungsbedürftige, witzige und solche, die uns nachdenklich stimmen. Gespannt lausche ich Mutters Sprache bis sie nur noch leise Musik für meine Träume ist. Ja, so lebe ich mein Abenteurerleben.

Wollt ihr mit mir auf Entdeckungsreise gehen, lesen, lernen, lachen? Dann kommt mich doch bald mal in der Bibliothek besuchen. Ich würde mich riesig freuen. Euer Felix, der Glückliche.

Dernière modification le 05-10-07 par l’équipe de Schulleben