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Reisen

Mit der 4e in den Schatzkammern Augusts des Starken ... in nur 30 Minuten Fahrt vom Collège de Sèvres

von Matthias Ebert

Unsere Schüler/innen finden die deutsche Geschichte kompliziert. Es gab nicht nur einen König in Deutschland, sondern gleich eine ganze Reihe, nicht nur eine Hauptstadt, sondern schrecklich viele. Sogar das kleine Wolfenbüttel, Partnerstadt von Sèvres, konnte sich stolz Residenz nennen. In Frankreich war alles einfacher ...

Es gibt aber auch Vorteile der deutschen Kleinstaaterei: Z.B. gab es durch die vielen Fürstenhöfe viele kulturelle Zentren in Deutschland. Und während in Frankreich der Großteil der Schätze der Könige aus der absolutistischen Zeit verloren ging (das Schloss aller Schlösser aber in Versailles erhalten blieb), hat sich in Dresden - nach Voltaire seinerzeit der glanzvollste Hof in Europa nach dem französischen - der Schatz der sächsischen Kurfürsten erhalten, und das trotz der weitgehenden Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Er wird dort künftig wieder im Grünen Gewölbe zu sehen sein, dem eigens für diesen Schatz eingerichteten frühen Kunstmuseum im Stadtschloss.

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Ausstellungsplakat

Im Frühjahr aber war er im passenden Dekor des Versailler Schlosses zu sehen und die Schüler/innen der 4e konnten mit den anderen Besuchern nicht nur die Pracht und Vielfalt der Objekte bestaunen, sondern auch vieles entdecken und sich das Leben am Hof besser vorstellen. Drei Beispiele: Wir sahen nicht nur kostbare und wunderschöne Elfenbeinschnitzereien in verschiedensten Formen und Techniken und üppig verzierte Pokale und Statuetten des Goldschmieds Dinglinger, sondern auch den funkelnden, glitzernden Schmuck des Kurfürsten und seine Originalkleider - ein Schatz auch deshalb, weil aus der Barockzeit nur noch wenige Kleider erhalten sind.

In Sachsen wurde das erste echte („harte“) Porzellan nach chinesischem Vorbild in Europa hergestellt und in der sächsischen Stadt Meißen entstand das Pendant zur Porzellanmanufaktur von Sèvres. Im Unterschied zum Sèvres Porzellan ist das Meißener bis heute sehr bunt.

Die sächsischen Kurfürsten waren nicht irgendwelche kleinen Fürsten, sondern hatten für eine gewisse Zeit europäische Bedeutung, da August der Starke (1670-1733) und sein Sohn August III. (1696-1763) auch Könige von Polen wurden (sie mussten übrigens wie Henri IV. katholisch werden, um die Krone zu erhalten) und Urgroß- bzw. Großväter der französischen Könige Ludwig XVI., Ludwig XVIII. und Karl X. waren.

Möglich wurde der Ausflug, weil Frau Gazeau sich freundlicherweise als zweite Begleitperson zur Verfügung stellte.

Dernière modification le 05-07-06 par l’équipe de Schulleben