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Erfahrungsberichte

Mein Aufenthalt in Deutschland im Rahmen des Voltaire-Programms

von Sue Ann Flamant, 2nde3, Schuljahr 2008/09

Während der Sommerferien 2008 habe ich zuerst von dem Voltaire-Programm gehört, habe aber nicht wirklich beabsichtigt, daran teilzunehmen. Im September haben meine deutsche Lehrer es vorgestellt und ich habe angefangen zu überlegen: ich wollte mein Niveau, das immer noch niedriger als das der muttersprachlichen Schüler war, verbessern.

Der Anfang

Das Weiterkommen in der deutschen Sprache war aber nicht mein einziger Grund; seit der 8. Klasse hatte ich mich jedes Jahr drei Wochen in Deutschland aufgehalten und mich mit mehreren Deutschen befreundet und die deutsche Kultur entdeckt. Deshalb wollte ich unbedingt wieder und für längere Zeit nach Deutschland, wenn möglich zu meinen Freunden. Leider hat es nicht geklappt, aber ich war entschlossen, das Voltaire-Programm zu machen... nach einigem Zögern zwischen sechs oder nur drei Monaten (= Sauzay-Programm). Ende 2008 habe ich erfahren, dass ich ein halbes Jahr bei Familie M. leben würde. Wir haben erst per Email Kontakt aufgenommen, dann telefoniert und anschließend haben wir uns mit dem Datum und den praktischen Aspekten befasst: ich würde vom 14. Februar 2009 bis zum 12. August 2009 in Friedrichsdorf (Hessen) sein und Katharina vom 12. August 2009 bis zum 31. Januar 2010 nach Frankreich kommen.

Die Abfahrt nach Deutschland

Die Zeit bis zu meiner Abfahrt ist sehr schnell vergangen, ich habe meine Lehrer informiert, dass ich das nächste halbe Jahr nicht da sein würde, habe meine Sachen gepackt und eine Abschlussparty gefeiert, aber ich konnte es immer noch nicht ganz glauben ... Und am letzten Tag vor den Ferien habe ich mich von meinen Freunden verabschiedet und bin mit meiner Familie nach Deutschland gefahren. Ich hatte die ganze Woche nicht schlafen können wegen all den Fragen, die ich mir gestellt habe: würde Katharina nett sein? Waren sechs Monate doch nicht zu viel? Würde ich es schaffen, ein halbes Jahr Unterricht zu verpassen und trotzdem in die Première zu gehen? Würde ich Freunde finden? Würde es nicht zu schwer sein, solange von meiner Familie und meiner Heimat weg zu sein? Meine Eltern haben versucht, mich zu beruhigen und wenn ich doch nervös war, dominierte eher die Aufregung. Im Auto habe ich die ganze Zeit geschlafen, sodass ich sowieso fast nichts mehr mitbekommen habe.

Als ich Friedrichsdorf zum ersten Mal gesehen habe, war es total verschneit und es war überall weiß. An der Eingangastür hing ein Schild „Willkommen in Deutschland / Bienvenue en Allemagne Sue Ann“ und auf dem Briefkasten war mein Name geschrieben. Ich war aber immer noch sehr müde und habe deshalb von diesem ersten Treffen nicht so viel mitgekriegt. Am nächsten Tag haben wir Frankfurt besichtigt. Wir sind am Abend früh ins Bett gegangen, weil am Montag Schule war. Die kleinste Schwester hatte mir ihr Zimmer überlassen und ich hatte es ein wenig personalisiert, sodass ich mich dort ein bisschen zu Hause fühlte.

Die erste Woche

Am Morgen stand ich um 6 Uhr auf. Ich habe versucht, nicht zu zeigen, wie schwer es mir fiel, in die Schule zu gehen, während meine Familie wieder zurück nach Frankreich fuhr. Schnell waren wir aber in der Schule und ich war zu nervös, um daran zu denken. Wir hatten uns mit der Familie M. geeinigt, dass ich die erste Woche in der Klasse von Katharina (also in der 9.) verbringen würde. Anschließend würde sich entscheiden, ob ich bei Katharina bleiben oder in die 10. Klasse gehen würde, falls es zu leicht für mich sein würde.

Von den ersten Tagen habe ich nicht so viele Erinnerungen; nur dass die Leute sehr nett zu mir waren und dass ich ziemlich viel verstand. Aber fast alles, was sie lernten, hatte ich die letzten sechs Monate durchgenommen. Am Donnerstag habe ich wieder mit meiner Tutorin gesprochen und sie hat mir vorgeschlagen, den nächsten Tag die 10b1 zu besuchen, um mir ein Bild von dem Niveau zu machen. Ich war nicht sehr begeistert, weil ich es einfacher fand, mit Katharina in einer Klasse zu bleiben; ich habe aber den Wechsel versucht und bin in eine total unbekannte Klasse gekommen. Die zwei ersten Stunden saß ich ganz hinten und wurde von den anderen Schülern beobachtet, da sie nicht wussten, wer ich bin und warum ich da war. Ich fühlte mich wie ein Tier im Zoo und konzentrierte mich auf die Lehrerin. Ich bemerkte, dass ich alles verstand und dass der Lehrplan dem französischen relativ ähnlich sah.

Während der Pause redete ich ein bisschen mit den Schülern, die alle wissen wollten, woher ich kam und wer meine Austauschschülerin war. Die vierte und fünfte Stunde gestalteten sich viel angenehmer und nach der sechsten verstand ich mich schon ganz gut mit einigen Leuten. Sie präsentierten mich den Lehrern und zeigten mir die Schule, unsere Räume und wo man am besten im Warmen bleiben könnte.

Gewöhnung und Alltag

Die 10b1 ist also meine Klasse geworden und ich fand schnell gute Freunde, die mich sehr freundlich aufgenommen haben, sodass ich mich nach ein paar Wochen ebenso wohl wie in meiner französichen Schule fühlte. Nach drei Monaten war ich voll integriert. Die Leute waren alle neugierig und stellten mir oft Fragen über Frankreich und die Unterschiede zu Deutschland. Sie erzählten mir auch alles über das deutsche Leben für einen Jugendlichen, luden mich zu Parties ein, halfen mir bei den Hausaufgaben sowie Arbeiten und brachten mir die wichtigsten umgangsprachlichen Wörter bei. Mit ihnen vergaß ich mein Heimweh und schnell wünschte ich mir, dass ich noch Jahre in Deutschland bleiben könnte.

Mit Familie M. lief auch alles sehr gut, sie waren alle sehr nett zu mir und ließen mir ziemlich viel Freiheit, unterstützten mich aber immer bei Problemen, die ich glücklicherweise nicht oft hatte! Katharina, ihre Schwester und ich fuhren jeden Morgen um 7:30 nach Bad Homburg zur Schule und kamen zum Mittagessen wieder nach Hause, außer wenn wir am Nachmittag Unterricht hatten! Auch wenn es am Anfang für mich ein bisschen komisch war, jeden Tag 30 Minuten Rad zu fahren, gewöhnte ich mich schnell daran und empfand es nach einiger Zeit als ganz normal. Nachmittags war ich fast immer in meinem Zimmer und arbeitete oder las bis zum Abend. Manchmal (gegen Ende immer öfter, da es wärmer wurde) fuhr ich nach Bad Homburg, um mich mit Freunden zu treffen.

m Mai haben Katharina und ich zusammen Tanzunterricht begonnen: jeden Mittwoch zwei Stunden. Gemeinsame Freundinnen waren auch dabei und es machte jedes Mal viel Spaß, Walzer, Rumba oder Cha-Cha-Cha zu lernen. Außerdem nahm ich jeden Freitag an den Gruppenstunden der Pfadfinder teil, dank einer sehr guten Freundin von Katharina, die in der Truppe aktiv war; als sie erfuhr, dass ich Pfadfinderin in Frankreich war, schlug sie mir vor, ein Treffen zu besuchen, einfach um die deutschen Pfadfinder kennenzulernen. Eines Tages begleitete ich sie also... um dann jede Woche wiederzukommen, da die Leute sehr nett zu mir waren. Wieder war ich total integriert und ich machte alles mit, auch wenn es mir manchmal sehr schwer schien, wie zum Beispiel für eine Taufe ein Theaterstück vor der Kirchengemeinde zu spielen. Jedes Mal unterstützten mich die anderen Pfadfinder, beruhigten und ermutigten mich.

Die ersten drei Monate vergingen einerseits wirklich schnell und andererseits mit so vielen Aktivitäten und Erlebnissen, dass ich das Gefühl hatte, schon ewig in Deutschland zu leben. Ich war total glücklich und fühlte mich fast schuldig, nie an Frankreich zu denken oder Heimweh zu haben. Jedes Mal, wenn jemand mich fragte, ob es nicht zu schwer war, solange von seiner Familie weg zu bleiben oder wenn ich das kleine Buch von dem Voltaire-Programm las, bekam ich Angst: ist es normal, dass ich so wenig Nostalgie hatte? Heißt es, dass ich Frankreich nicht liebe? Doch wenn ich begann mir diese Fragen zu stellen, gab es immer etwas Schönes, was mich ablenkte und sie vergessen ließ. Ich stand immer noch viel in Kontakt mit meinen französischen Freunden und erzählte ihnen alles, was ich erlebte: wie schön es war, meine Noten (die doch nicht so schlecht waren), meine Aktivitäten und besonders von meinen deutschen Freunden.

Ferien

In den Osterferien fuhren wir zu den Großeltern nach Würzburg. Dort lernte ich die bayerische Kultur kennen, schöne Städte oder den unverständlichen Dialekt. Die zweite Woche verbrachten wir in Mammendorf (in der Nähre von München) bei der Patin von Katharina. Mit ihr verbrachten wir ein Wochenende in den Bergen und unternahmen eine Wanderung. Eine Möglichkeit für mich zu erkennen, dass Wandern doch nicht so schlimm ist, wie zuvor angenommen!

Schließlich begann die Schule wieder. Mit den wärmeren Tagen und den zahlreichen Feiertagen war ich oft draußen und genoss den Frühling. Nur ein paar Klassenarbeiten haben mein Glück einige Tage vermindert, aber ich fühlte mich immer mehr und mehr zu Hause. Im Juni bin ich drei Tage nach Frankreich geflogen, um die erste Kommunion meines kleinen Bruders zu feiern. Wie schön es war, wieder meine Familie und Freunde zu sehen! Bei dieser Gelegenheit merkte ich, dass ich sie alle vermisst hatte und es war schon schwer, am Sonntagabend wieder nach Deutschland zurückzukehren. Als ich aber am darauf folgenden Montag wieder in die Schule kam, dachte ich, dass ich lieber dort bleiben würde.

Im Juli begannen die Sommerferien. Die M.s hatten seit langem vor, in die USA zu fliegen, um dort die Westküste zu besichtigen. Als sie erfuhren, dass Katharina am Voltaire-Programm teilnehmen würde und dass ich aus diesem Grund die Ferien mit ihnen verbringen würde, luden sie mich netterweise ein. Nach einigen Abschlussparties, manche für Katharina und manche für mich, haben wir also das Flugzeug nach Los Angeles genommen. Las Vegas, Grand Canyon (wo ich meinen Geburtstag gefeiert habe), Zion National Park, Yosimite Park, San Diego, Santa Barbara, San Francisco... Diese vier Wochen waren ein schönes Geburtstagsgeschenk!

Die Abfahrt aus Deutschland

Am 5. August sind wir zurückgeflogen und ich habe meine letzten vier Tage in Friedrichsdorf zwischen Sachen aufräumen und Freunde treffen geteilt. Als meine Familie kam, um unsere Sachen abzuholen (wir sollten einen Tag später den Zug nehmen), verstand ich plötzlich, dass ich wirklich weg sollte – und auch wenn ich sicher war, dass ich meine Freunde wiedersehen würde, war ich so traurig, dass ich vier Stunden nicht aufhören konnte zu weinen. Trotzdem habe ich mich von ihnen verabschiedet und bin mit dem Zug nach Paris zurückgekehrt.

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Sue Ann mit Freundinnen

Bilan de mon séjour en Allemagne

Comme tout séjour, le mien a eu des hauts et des bas. D’une manière générale, il m’est cependant clair que ces six mois ont été très positifs. Je n’ai à aucun moment éprouvé le moindre regret et si quelques doutes sur la réussite finale de programme m’ont traversée l’esprit, ce ne fût qu’en de rares occasions et jamais de manière durable. Les expériences que j’ai vécues en Allemagne sont nombreuses et m’ont toutes beaucoup apporté. Partie pour améliorer ma connaissance de l’allemand (déjà assez profonde grâce à ma scolarité dans des sections internationales allemandes), je me rends compte aujourd’hui que les capacités les plus importantes que j’ai acquises ne sont pas linguistiques. La rencontre avec quantité de personnes qui vivent d’une façon parfois très différente oblige à une certaine ouverture d’esprit que je n’avais pas forcément auparavant, même si le fait d’avoir déjà séjourné en Allemagne m’a aidé. Ainsi, des habitudes typiquement allemandes comme le dîner froid et constitué de pain, fromage et charcuterie ou les nombreux déplacements à vélo ne m’ont pas particulièrement surpris et m’ont permis de m’intégrer plus rapidement que si je les découvrais pour la première fois. De même, mes plusieurs visites passées dans des écoles allemandes pour diverses durées m’avaient déjà donné une compréhension du système scolaire allemand qui m’a évité de me sentir trop perdue à mon arrivée. J’ai pu me concentrer sur mes relations avec les élèves de ma classe ainsi que mes professeurs sans avoir besoin de beaucoup de temps d’adaptation.

Cette certaine aisance, à la fois dans la langue et dans la connaissance de la culture allemande, m’a permis de construire rapidement une vie en Allemagne : j’ai démarré des activités extrascolaires, certaines avec Katharina (comme des cours de danse de salon) et d’autre indépendamment, comme les scouts, je me suis intégrée dans la classe de manière à être une élève comme les autres (ce qui impliquait un travail assez important) participant par exemple aux différents sorties, dîners et voyages de classe. Je me suis ainsi fait des amis, qui au cours du temps me sont devenus aussi chers que ceux que j’avais en France. La plupart étaient dans ma classe, des personnes qui dès le début sont venues vers moi et m’ont accepté de manière si naturelle que je ne me suis à aucun instant considérée comme une correspondante. Ce n’est qu’au moment de retourner en France que je me suis vraiment rendue compte à quelle point je tenais à ma vie là-bas, et qu’il était tout aussi dur de la quitter qu’il l’avait été de dire adieu à la France. Pire encore, car si j’étais partie de chez moi en ayant l’assurance que quoiqu’il arrive je reviendrais, je n’avais pas la même garantie en quittant l’Allemagne.

Ainsi, je pense que la partie la plus négative de ce séjour aura en fait été mon retour en France. Alors que j’étais préparée à tous les problèmes que j’aurai pu rencontrer là-bas, qu’il s’agisse de ne pas m’entendre avec Katharina ou sa famille, de trop avoir le mal du pays, de ne pas suivre en cours ou de ne pas réussir à bien m’intégrer, c’est justement le fait de devoir abandonner cette vie si agréable et ces six mois si heureux qui m’a parut le plus dur. Evidemment il y a eut des bas durant ce semestre, mais juste assez pour qu’il n’y ait sinon que des hauts. Les quelques difficultés qui ont pu me paraître sur le moment impossibles à régler ou importantes, se sont révélées après quelques temps très positives et m’ont au final beaucoup apportées, ne serait-ce qu’en apprenant à les résoudre.

D’ailleurs, nombre d’entre elles étaient en fait en relation avec une manière de vivre différente de celle à laquelle j’étais habituée (par exemple, les M. avaient l’habitude de faire régulièrement des randonnées, ce qui se heurtaient totalement à mon caractère peu sportif et à mes routines plus citadines) et se sont arrangées d’elles-mêmes au fil du temps, à mesure que j’apprenais à accepter qu’il existe aussi des personnes qui ne pensent ni ne vivent comme moi. Si l’idée a rapidement été acquise, il a fallut plus de temps à la pratique (comme d’arrêter de râler à la perspective d’une excursion de plusieurs heures dans les montagnes).

A chaque petit problème rencontré puis résolu par moi-même, je me sentais un peu plus sûre de moi et avais la sensation d’avoir progressé, quelque en soit le domaine. Les changements les plus marquants sont par exemple l’habitude que j’ai prise de parler avec les personnes pour essayer de les comprendre et d’envisager la situation de leur point de vue, le calme et la distance que je prends plus facilement avec les conflits (qu’ils soient d’intérêt ou entre deux personnes), une meilleure compréhension et bien entendue la confiance en moi qui me permet maintenant de prendre contact avec des personnes (alors que l’année dernière je n’étais même pas capable d’appeler quelqu’un, même de connu) ce qui m’a par exemple déjà bien aidé pour mes Travaux Personnels Encadrés.

Ce séjour a élargi de façon considérable ma vision du monde et m’a donné des clés pour arriver à mieux communiquer et comprendre les autres. Il m’a aussi permis de rencontrer des personnes formidables avec qui je suis restée en contact, de trouver de nouveaux centres d’intérêt et de me faire découvrir de nouvelles expériences. En prenant de la distance avec mon quotidien, j’ai pu me recentrer sur mes passions et redéfinir les activités et valeurs qui me sont vraiment importantes, ainsi que me donner des objectifs précis pour les garder.

Par ailleurs, ces six mois m’ont aidé à réaliser à quel point je tiens aux personnes que j’aime, mais aussi que j’ai les capacités d’être indépendante. Ils ont renforcé les liens les plus importants et m’ont montré qu’il est possible de vivre à distance de proches sans pour autant les oublier. Mes perspectives d’avenir se sont elle aussi bien étendues, entre autre avec l’idée de faire des études en Allemagne.

Beaucoup plus qu’un simple apprentissage linguistique ou culturel, le programme Voltaire a donc été l’occasion d’en apprendre plus sur les autres mais aussi sur moi.

Dernière modification le 22-03-10 par Delumeau Andrea