bandeau des SIS Sèvres

Collège - Gesamtschule

Europäische, internationale, zweisprachige Abteilung, Abibac, OIB, verstärkte Fremdsprache .... Zu verwirrend, um den Überblick zu behalten?

von Anne Potonnier, Direktorin der SIS

Hiermit einige Angaben zu den verschiedenen Konzepten, um sich zurechtfinden zu können.

In English en français
Sections européennes

Die Sections européennes wurden 1992 mit dem Ziel, einen intensivierten Sprachunterricht anzubieten und die europäische Staatsbürgerschaft zu entwickeln, gegründet. Im Durchschnitt bekommen die Schüler ab der 4ème 2 Stunden mehr Sprachunterricht als im vorschriftsmäβigen Programm, sodaβ ihnen nach 2 bis 3 Jahren auch in einem nicht sprachlichen Fach - meistens Geschichte- in der Sprache der Sektion unterrichtet werden kann.

Unter der Bedingung, die Mindestnote von 12/20 in der Sprache erreicht zu haben, wird das Baccalauréat als europäisch gekennzeichnet-mention européenne. Es handelt sich also um eine intensivierten Sprachunterricht im Collège, aber ausschlieβlich im französischen Rahmen: die Lehrer gehören alle dem französischen Bildungssystem an und wenden das Programm der Éducation Nationale an. Die mention européenne kann den Schülern die in manchen Studiengängen geforderten Aufnahmeprüfungen ersparen. Wie sie es sicherlich festgestellt haben, gibt es kaum eine Schule die nicht eine Section européenne anbietet! Zur Zeit besuchen ungefähr 200 000 Schüler die Sections européennes; das entspricht etwa 10 % der Schülerzahl, die ein allgemeines Baccalauréat bestrebenden.

Seit september 2006 hat das Lycée von Sèvres eine Section européenne geöffnet. Diese wendet sich an die Schüler von Chaville, Ville d’Avray und Sèvres, die schon diese Art von Unterricht besucht haben (section européenne ou ALC [1]). Die genaue Zulassungsliste wird im Juni von dem Akademieinspektor festgelegt werden.

Classes bi langues

Manchmal sind diese im Rahmen der Sections européennes einbegriffen. Es handelt sich einfach um die Möglichkeit, ab der 6ème gleichzeitig zwei Fremdsprachen lernen zu können. Im Collège von Sèvres wird diese Möglichkeit seit dem Schulanfang 2004 den Germanisten angeboten: sie bekommen sowohl 4 Stunden Deutschunterricht wie 3 Stunden Englischunterricht.

Sections Internationales

Mit den Sections Internationales kommt man quasi in ein anderes Land.

1981 gegründet, zeichnen sich die Sections Internationales durch zwei bedeutende Besonderheiten aus. Erstens müssen sie mindestens 25 % bis 30% ausländische Schüler empfangen. Zweitens werden die Programme mit den jeweiligen betroffenen ausländischen Staaten ausarbeitet. Für die Englischen und Deutschen Sektionen, darunter die SIS, wird diese Kontrolle jeweils von der Universität von Cambridge und von der Kultusministerkonferenz ausgeübt.

Das bedeutet konkret, daβ die Lehrer im Laufe des Jahres regelmäβige Arbeits- und Koordinierungstreffen mit den ausländischen Prüfungsbeauftragten haben, die sich dadurch der Qualität des Unterrichts sichern.

Natürlich ist die Zahl der Schüler der Sections Internationales mit der der Sections européennes nicht zu vergleichen: in den Sections Internationales verteilen sich etwa 12 000 Schüler über 12 angebotene Sprachen.

Diese Schullaufbahn endet normalerweise mit dem „Brevet avec option internationale“ am Ende der Troisième, und dann mit dem Baccalauréat mit der Option Internationale (OIB), wo die üblichen LV1 und Geschichts- und Geografie Prüfungen mit Literatur, Geschichts- und Geografie Abiturarbeiten ersetzt werden, die in der Sprache der Sektion abgefasst werden müssen.

Das OIB bezeugt also nicht nur das hohe Niveau an Zweisprachigkeit, sondern auch bikulturelle Kompetenz. Eine Geschichts- oder Geografieprüfung fasst man eben auf Französisch, Englisch oder Deutsch nicht auf dieselbe Art ab!

Etwa 1000 OIB Diplome werden jährlich ausgegeben. OIB Absolventen genieβen natürlich dieselbe Zulassungsberechtigung zu den deutschen Hochschulen wie mit dem Abitur (siehe detaillierten Artikel von Ingrid Lehre); das OIB erleichtert auch den Zugang zu ausländischen Universitäten. Es ist zu bedauern, daβ dieses Diplom, das einem exzellenten Niveau entspricht, nur von einem beschränkten, vertrauten Publikum bekannt ist

I. B. oder "Bac de Genève"

Das OIB darf man nicht mit dem Baccalauréat international, das sogenannte « Bac de Genève » (B.I.) verwechseln, das sich vorwiegend an ausländische Englischsprachler richtet.

Dieses Baccalauréat ruht auf einem System von stark und mittelmäβig wiegenden Optionen in Sprachen, Naturwissenschaften, Mathematik, und Gesellschaftslehre. Nicht die Éducation Nationale, sondern eine internationale private Einrichtung organisiert diese Baccalauréat.

Das IB ist ein sehr interessantes Diplom, das eine gute Balance zwischen akademischen Anforderungen und persönlicher Entwicklung bietet. Ich schätze diese Balance ganz besonders. Das IB breitet sich auch sehr gut in der Welt aus. Manche englische Schulen schätzen es mehr als die A-levels.

ABER, ABER

1. In Frankreich wird das IB durch die französischen Universitäten als ein ausländisches Bac anerkannt. Er bietet also keinen reinen freien Zutritt zu den französischen Universitäten. In der Praxis nehmen die französischen Universitäten die Schüler mit internationalem Bac wie Schüler mit einem ausländischem Bac auf. In der Regel funktioniert es problemlos.

Schüler mit dem IB haben theoretisch Zutritt zu den Classes Préparatoires. Sie sind allerdings sehr schlecht darauf vorbereitet, denn der Unterricht unterscheidet sich dort sehr von der sehr französischen Pädagogik der Classes Préparatoires. Wir haben einige Schulen gefragt, die in Frankreich das IB anbieten. Abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen, haben sie keine Schüler gehabt, die nach dem IB eine Classe Préparatoire gemacht haben.

Anzumerken wäre hier, dass die ausgelagerten Standorte von Sciences Po Paris (Siehe hier unsere Webseite über das Studium in Frankreich) die Schüler mit IB ohne Aufnahmeprüfung sondern nach Prüfung von Bewerbungsunterlagen aufnehmen.

Zusammenfassend empfehle ich also einem Schüler mit internationalem Profil, der beabsichtigt, in Frankreich zu studieren, nicht das IB sondern das OIB, das wir anbieten. Das OIB-Diplom ist vor allem ein französisches Bac, und wird somit voll anerkannt. Es ist angepasst (das Fach Erste Fremdsprache wird durch Literatur in der Fremdsprache ersetzt und das Fach Geschichte-Geographie wird in der Fremdsprache geprüft) und erkennt die doppelte Kultur unserer Schüler an.

Und das Abibac?

Das Abibac ist das Ergebnis eines Kooperationsvertrages zwischen Deutschland und Frankreich in den 90er Jahren. Diese Prüfung ermöglicht es, gleichzeitig das französische Baccalauréat und das deutsche Äquivalent, das Abitur, zu erhalten. Es ermöglicht den Zugang zu den deutschen und den französichen Universitäten. Dafür muss man ab der Seconde einen intensiven Deutschkursus folgen. Die Schüler bekommen pro Woche 6 Stunden Sprachunterricht und 4 Stunden Geschichts- und Geografie Unterricht auf Deutsch, insgesamt also wöchentlich 10 Stunden Unterricht auf Deutsch.

Um das Abibac und das OIB zu vergleichen ? Obwohl die Anforderungen ähnlich sind, bin ich jedoch der Meinung, daβ das Programm der Sections internationales die Anstrengungen der Schüler besser aufteilt, weil sie schon ab der 6ème 6 Stunden Unterricht auf Deutsch bekommen, dann in der Première und der Terminale „nur“ mehr 8 Stunden. Ausserdem erhalten in vielen Lycées die Schüler keinen Geschichte-Geographie-Unterricht in der französischen Sprache, was für manche Studiengänge in Frankreich von Nachteil sein kann. >>

Für den CECRL (Cadre Européen Commun de Référence pour les langues), zu Deutsch GER (Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen)erfordert das ABIBAC den C1-Level im Verständnis von mündlichen und schriftlichen sprachlichen Aktivitäten und mindestens den B2-Level in den anderen Kenntnissen (BO/Amtsanzeiger Nr. 5 vom 17. Juni 2010).

Das OIB liegt zwischen C1 und C2. Das erforderliche Niveau ist also höher.

Zum Schluss

Das Angebot ist also wirklich vielfältig. Will man das Angebot der verschiedenen Schulen vergleichen, so empfehle ich den Eltern, das Anforderungsniveau des Schulabschlussdiploms zu betrachten. Eine Section internationale die zu keinem OIB führt stimmt mich nachdenklich.

Letztlich muss man den gemeinsamen europäischen für Sprachen maβgebenden Rahmen erwähnen, der vom Europarat veröffentlicht wurde. Dieser Rahmen soll als gemeinsamer Maβstab dienen, um die erworbenen Sprachkompetenzen von Kindern und Erwachsenen zu identifizieren. Er bietet 6 Niveaus von Analyse und wird es hoffentlich ermöglichen, das Angebot an Bildung zu klären.

Wird Europa dazuführen, das man sich wieder zurechtfindet? Zum Weiterlesen:

Eduscol

Ciep

[1] anglais langue et civilisation au Collège de Sèvres

Dernière modification le 03-09-11 par Véronique Guégan