von Matthias Ebert
La Grande guerre occupe une place importante dans l’histoire du XXème siècle et ...dans le programme de 3ème. Selon une tradition maintenant bien établie dans les Sections Internationales, les professeurs d’histoire conduisent chaque année, leurs élèves sur le lieu des champs de bataille. La bataille de Verdun est restée dans les mémoires françaises. La bataille de la Somme, près de Péronne, est dans les mémoires britanniques. Le nombre de morts y est comparable, faramineux : près de 400 000 morts côté britannique comme côté allemand.
Nach der Fahrt zu den Schützengräben und ins Museum von Peronne haben die Schüler/innen der 3ème der Schuljahre 2005-06 und 2006-07 ihre Eindrücke in Tagebuchauszügen verarbeitet, die sie aus der Perspektive von Soldaten und seltener Zivilisten verfassten.
Hier einige Beispiele: (Quelle der Bilder "Bund der deutschen Kriegsgräberfürsorge")

Aus dem Tagebuch eines Soldaten
Heute war unser letzter Marschtag. Wir sind an einem Lager angekommen, das ungefähr 10 km von der Front entfernt ist. Die meisten sind glücklich sich erholen zu können, aber ich zittere nur, ich halte es einfach nicht aus die Bomben fallen zu hören und die Verletzten zurückkommen zu sehen.
Ich hatte knapp mein drittes Studienjahr abgeschlossen, als ich gehen musste, alles einfach so verlassen, mein Studium, meine Freunde, meine Familie, meine Wohnung, einfach alles, das einzige, was ich mitgenommen habe, ist das hier, ein einfaches Heft, und etwas um schreiben zu können. Ich wollte noch ein paar Medizinbücher mitnehmen, um weiter lernen zu können, aber ich konnte nicht, ich hatte schon so viel zu viele Sachen; wir haben unsere Uniform bekommen, unsere Helme, und das Schlimmste: die Gewehre.
Aber diese Zeit scheint mir schon so weit zurückzuliegen ... ach, die Zeit, ich zähle gar nicht mehr die Tage oder die Monate, ich denke mehr an morgen ... Morgen - werde ich es überleben? Man hat mich jetzt schon so lange Zeit für morgen vorbereitet, endlich werde ich Praxis haben, ja, endlich werde ich ums Überleben kämpfen.
Ich probiere an etwas anderes zu denken, aber es ist schwer. Ich möchte nicht an die schöne Vergangenheit denken, es demoralisiert mich nur, und dann stelle ich mir viel zu viele Fragen, ... was würde ich wohl gerne machen wollen, wenn ich den Krieg überlebe? Erstens heiraten, dann reisen, dann Kinder ... ach, es ist schön träumen zu können, es tut einfach so gut, wenn man weiß, dass man morgen seinen Albtraumtag erleben wird, ja, es tut gut, aber wenn man versteht, dass dies nur Träume sind, denn wir wissen ja nicht, was uns zu Hause erwartet. Werden wir überhaupt noch ein Zuhause haben? Oder werden wir mit unseren anderen amputierten und verletzten Kameraden in einem Krankenhaus unser Leben beenden? In einem Krankenhaus ...
Mein Vater hatte mir immer gesagt, dass ich auf die eine oder andere Weise, früher oder später in einem Krankenhaus enden würde ... ich hatte es ihm nie geglaubt, bis ich mein Medizinstudium angefangen habe ... ach, alles nur Vergangenheit, man kommt nie weit mit Vergangenheit, aber man erreicht auch nichts mit Zukunftsträumen.
Also, was ist richtig: nur an die jetzige Zeit denken und sich für den nächsten Moment vorbereiten? Seinen Stress kontrollieren, die Angst vergessen, und Mut um zu töten, um nicht selbst zu sterben, denn das ist ja das Einzige, das wir mit Krieg schaffen: Töten! Zerstören! Töten! Und noch mal zerstören! Träume zerstören! Leben zerstören! Familien zerstören! Zukunft zerstören! Erinnerungen zerstören! Städte zerstören! Land zerstören! Einfach alles bombardieren, ob in- oder außerhalb unserer Grenzen, bis wir etwas Gegnerisches zerstören.
Krieg ist wie ein riesiges Schachspiel zwischen den Obersten, den Führern, denen aber nichts passiert, die nie ihr Leben riskieren, die nur ruhig sitzen und Strategie machen, wie wir genug Zeit (schon wieder) bekommen um töten zu lernen, bis zu der getroffenen Figur zu marschieren und sie aus dem Spiel zu werfen.
Alles scheint so einfach, aber werden wir es überleben? Morgen, an der Front, mit den Waffen in den Händen, vom Gegner durch ein paar Zäune getrennt, Zäune, die aus Metallseilen Labyrinthe machen. Man soll in diesen Gräben in Sicherheit sein, aber ich denke, wir werden dort nur in Furcht leben, in Furcht vor den ungefähr 100 m entfernten Gegnern, die genauso in Furcht sind wie wir. Man hat mir erzählt, dass man an der Front mit einer Axt die Schwänze der Ratten abschlug und als Trophäen behielt.
Aber was mir am meisten Angst macht, ist meine eigenen Kameraden begraben zu müssen, weil man sie nicht gut beschützt hat. (Vanessa Vidovič)
26.Juni 1916 Seit jetzt fünf ganzen Tagen werden wir von den Briten bombardiert. Man könnte es als Weltende bezeichnen. Eine einzige Granate erzeugt gigantische Materialschäden und reißt Hunderte von uns Soldaten in den Tod. Darunter sind auch viele meiner Kameraden, die nicht älter als zwanzig Jahre waren. Ich erinnere mich, wie wir alle rekrutiert wurden: Die Ausbildung war eine harte Sache gewesen. Es geschah nicht in einem Tag, sondern in mehreren Wochen. Meine Freunde und ich wohnten in einer großen Kaserne. Dort wurde uns gezeigt, wie man mit Waffen umgeht und wir alle haben viel geübt.
Die meisten von uns haben ihr Studium aufgegeben um hierher zu kommen. Offiziere erklärten uns, dass gute und kräftige Beine wichtiger wären als Mathebücher. Wir alle waren sehr froh und fühlten uns geehrt, weil wir unser Land verteidigen würden, voll von Enthusiasmus, doch niemand von uns wusste wirklich, was uns erwartete. Der Krieg, wie ein Fluss, hat uns alle mitgerissen.
Trotz allem muss ich meinen Mut bewahren, kaltblütig bleiben und mich zusammenreißen. Immer dasselbe: 8 Füße breit, 6 Füße lang, 2 Füße tief (um eine neue Seuchenwelle zu vermeiden). Wir schmissen die Leichen - manchmal auch nur noch zerrissene Menschenstücke oder -reste - einfach ins Grab und vergaßen nicht die silberne Identifizierungsplakette mitzunehmen.
Die Luft ist hier heiß und schwül, es riecht überall muffig und der Staub bedeckt alles: Im Raum kann man sogar den Tod spüren, riechen und sehen ... Was für eine Grausamkeit ...
01. Juli 1916 Es war einer der scheußlichsten Tage, die ich hier verbracht habe. Eine ungeheuerliche und blutige Schlacht. Mutige und mit Gepäck (ich schätze, 30 kg) schwer beladene britische Soldaten haben uns angegriffen. Und wir haben sie mit MG-Schüssen begrüßt.
Ich habe nur abgedrückt, ohne etwas zu empfinden oder nachzudenken. Fast alle wurden getroffen, aber wir wissen doch alle, dass wir nicht lange durchhalten werden ... Männer, Vorrat fehlen. Was soll bloß aus uns werden?
04. Juli 1916 Ich wurde schwer verletzt. Meine Hände und mein Gesicht wurden verbrannt. Ich bin kein Mensch mehr, man könnte mich fast als Monster bezeichnen.
Meine Kameraden unterstützen mich und hoffen, dass dieser nutzlose Krieg endet. Doch ich weiß genau, dass ich sterben werde und dass dieses Ungeheuer noch weiterleben wird.
Mein letzter Wunsch: Eine letzte Zigarette rauchen. Und meiner Mutter sagen, dass ich sie liebe.
(Anne-Sophie Overhoff)

Frau Katarina Kübeling Gelsenkirchener Straße 5 Berlin
An der Somme (Frankreich) 16.10.1916
Meine liebe Katarina,
wie geht es dir? Du hast mir in deinem letzten Brief geschrieben, dass du schwanger bist. Du wolltest auch, dass ich dir etwas von der Front erzähle.
Seit zwei Monaten sitzen wir hier rum. Nach diesem unglaublich warmen französischen Sommer fängt es an, kälter zu werden. Neulich hat es geregnet und wir standen bis zu den Knöcheln in einem klebrigen und grauen Matsch. Die Zeit hier vergeht unheimlich langsam.
Es ist grausam und schrecklich hier. Unter ständigen Schüssen der französischen und britischen Artillerie fallen täglich Soldaten. Aber das ist uns inzwischen gleichgültig. Tote gehören zu unserem Alltag. Nur die neuen Rekruten weinen oder empfinden noch ein Gefühl beim Anblick eines Toten.
Ich bin übrigens vom Unteroffizier zum Offizier befördert worden. Ich habe jetzt mehr Männer unter mir, die meine Befehle ausführen. Noch mehr Männer, die ich auf das Schlachtfeld und damit in einen sicheren Tod schicke. Nachts schicke ich Patrouillen los, manchmal kommen sie zurück ...
Wenn ich noch Lust habe weiterzuleben, dann ist es nur, um dich wiederzusehen. Dieser Krieg wird ewig dauern. Die Welt hat keine Zukunft mehr. Der Krieg ist grausam und nutzlos. Ich hoffe, unser Kind muss das nicht miterleben.
Für die Franzosen und die Briten ist es sicher auch nicht besser. Es ist das Schrecklichste, was die Welt je zu sehen bekommen hat.
Ich warte selig auf ein Wiedersehen mit dir!
In Liebe dein
Hans-Joachim
(Maxime Belingheri)
Es ist das erste Mal, dass ich in mein Tagebuch schreibe. Ich stelle mich erst vor, ich heiße Michel und komme aus der Pariser Gegend (Jouy-en-Josas) und bin 21 Jahre alt.
Am Anfang des Krieges kam Deutschland durch Belgien marschiert und wurde an der Somme bei Amiens aufgehalten.
Ich wurde am 11. Juni 1916, am Tag nach meinem 21. Geburtstag eingezogen, um an der Somme zu kämpfen. Man gab mir mein Zugticket und meine Uniform. In Péronne (eine Stadt an der Somme) zeigte man mir meine Kompanie. Ich fand sie alle sehr nett und freundlich.
03. Juli 1916 Man sieht die deutsche Armee 10 km weit im Osten mit Ferngläsern. Bald bin ich an der Reihe, in den Krieg zu gehen, um mein Land zu verteidigen!
06. Juli 1916 Aufstehen um 5.30 Uhr, damit ich pünktlich im Schützengraben eintreffe. Ich zitterte wie der Teufel, wenn ich daran dachte, dass ich jede Minute sterben könnte und einen Menschen töten müsste. Der Angriff wurde in nur zwei Minuten begonnen. Jetzt war ich dran, ging aus dem Schützengraben heraus und griff die Deutschen an. In dem Niemandsland gab es so viel Staub und Nebel, dass man kaum etwas sehen konnte. Meine Kompanie schaffte es den vor uns liegenden Schützengraben zu erobern. In diesem Angriff habe ich meinen ersten Mann getötet, aber ich wurde selbst am Bauch getroffen und musste so schnell wie möglich zu einem Arzt gebracht werden. Als ich beim Arzt angekommen war, schaffte er nur die Kugel aus meinem Bauch herauszuoperieren. Ich hatte zu viel Blut verloren und glaubte, ich würde sterben.
(Philip Hemme)

Aus dem Tagebuch eines deutschen Offiziers
29. Juni 1916 Ich bin schon seit zwei Wochen in Frankreich, an der Somme, ich bin ein Offizier des dritten Regiments. Mit meinen Männern stehe ich Tag und Nacht in den Schützengräben in vorderster Linie. Das Wetter ist schlecht, es regnet, alles ist nass.
Zum Glück sind die Franzosen und die Engländer still, seit fünf Tagen hört man fast keine Schüsse und Schreie mehr. Aber der Oberbefehlshaber hat erfahren, dass die Engländer einen Überraschungsangriff vorbereiten, deshalb sind gestern zwei neue Regimenter angekommen, aber im Augenblick bleiben sie hinter der Front. Wir haben alle furchtbare Angst, einige sind krank. Alle von uns wollen zurück nach Hause gehen und nicht mehr kämpfen, aber wir haben keine andere Wahl.
30. Juni 1916 Heute hat der General uns informieren lassen, dass neue deutsche Regimenter mit Maschinengewehren angekommen sind um gegen einen künftigen gegnerischen Angriff zu kämpfen, sie stehen in der 2. Linie. Das Wetter ist nicht besser, ich glaube nicht, dass die Gegner heute oder morgen angreifen werden.
01. Juli 1916 Heute früh hörte man den Donner der britischen Artillerie, die auf unsere Position schießt. Wir stehen unter Beschuss, alles explodiert, viele sind tot oder schwer verletzt, auch der Arzt ist gestorben. Ich sehe gar nichts mehr, viele Männer liegen auf dem Boden, alles brennt. Ich weiß nicht, ob unsere Kanonen auch geschossen haben. Überall sind Krater. Überall ist Qualm, Soldaten jammern, weinen, meine Haut brennt. Zwischen den Fronten laufen Tausende von Engländern, ich höre unsere Maschinengewehre, die schießen, schießen, schießen. Manche Gegner schießen auch, aber die meisten fallen leblos auf den Boden. Unsere letzten Soldaten der ersten Linie, die noch am Leben und gesund sind, nehmen ihre Gewehre und schießen. Bald kommen andere Kameraden, die mit uns auf die Engländer schießen, auch Ärzte kommen um den Verletzten zu helfen. Ich kann nicht sagen, wie viele Soldaten heute gestorben sind. Mit meinen letzten Männern gehen wir für einige Tage hinter die Front. (Arnaud Labossière)

Tagebuch der Frau eines Soldaten
10.09.1916 Heute muss ich noch mal um 5 aufstehen um arbeiten zu gehen. Ich bin so müde und ich habe Fieber. Aber ich muss in die Granatenfabrik gehen, ich weiß, dass niemand mich vertreten kann. Wir sind schon so wenige, weil alle Männer in den Krieg gezogen sind.
Viele Frauen müssen wie ich den ganzen Tag hart arbeiten um zu überleben. Das hat man früher nie gesehen, dass Frauen die Arbeit der Männer vertreten müssen! Aber wir wollen gewinnen, deshalb muss man eine Kriegswirtschaft haben. Ich denke immer an meinen lieben Peter und alle unsere Männer, die an der Front ihr Leben für den Sieg Deutschlands riskieren, bevor ich zur Arbeit gehe. Das gibt mir sofort mehr Kraft und Mut. Ich mache mir aber Sorgen, weil Peter seit einiger Zeit nicht geschrieben hat. Vielleicht hat er keine Zeit? Er hat mir in seinem letzten Brief erzählt, wie er immer beschäftigt ist. Sie suchen neue Kampfstrategien. Er hat mir auch geschrieben, dass die Ratten immer zahlreicher werden und ihm sein Brot wegessen. Das muss wirklich schrecklich sein.
Hier ist es aber auch schrecklich. Auf der Arbeit hat eine Kollegin ihren Sohn verloren. Sie weinte so, dass ich sie nicht trösten konnte und sehr traurig war. Jeden Tag erfährt man den Tod eines Soldaten. Wir lernen mit dem Tod und in der Angst zu leben.
Ich finde diesen Krieg seit dem Anfang sinnlos. Er bringt nur Unglück und Elend. Ich hoffe - nicht nur ich, glaube ich, sondern alle Deutschen und auch die Franzosen, weil sie dasselbe erleben -, dass der Krieg bald aufhören wird.
16.09.1916 In der Zeitung steht, dass die Schlacht an der Somme weitergeht. Aber keine Details, nichts über die Zahl der Toten. Es ist immer die gleiche Zensur. Oh, ich hatte erst zuerst nicht gemerkt: Ich habe eine Karte von Peter bekommen! Schließlich eine gute Nachricht: Er hat einen Urlaub von fünf Tagen, er kommt morgen. Ich habe es den Kindern gesagt. Sie waren so froh, dass sie mir geholfen haben das Haus für seinen Empfang sauber zu machen.
17.09.1916 Peter ist um 12 mit dem Zug gekommen. Er hat eine saubere Uniform an, aber sieht müde aus. Die Kinder sind da, weil sie aus der Schule für das Mittagessen gekommen sind. Sie sind ihm um den Hals gefallen und ich weinte vor Freude. Er hatte großen Hunger und hat alles aufgegessen. Erst als er satt war, hat er uns das Leben in den Schützengräben erzählt: Es gibt Schlamm überall und die Soldaten sind oft ganz vom Schlamm bedeckt. Gestern war es sehr kalt und sie schlafen auf Stroh. Sie haben nie Ruhe, weil die Granaten immer drohen. Er muss sich auch vorm Ungeziefer schützen, das eine der schlimmsten Sachen ist. Ich habe versucht ihm die Läuse wegzunehmen, während er erzählte.
Vor drei Tagen haben die Artilleriegeschosse der Franzosen viele Schäden angerichtet. Viele von Peters Kameraden sind gestorben. Er versucht zu lachen, uns zu überzeugen, dass es gut geht, aber man sieht, dass er deprimiert ist und länger als fünf Tage zu Hause bleiben möchte.
(Laure Aymé-Martin)
Aus dem Tagebuch eines deutschen Soldaten
Ich heiße Helmut und ich bin Soldat geworden, als der Krieg im August 1914 begann. Hier bin ich mit meinem Freund Albert in der Uniform zu sehen, im Juli 1914. Ich bin Deutscher und war froh, mein Land gegen Frankreich, England und Russland schützen zu können, wegen der Propaganda der Regierung. Aber ich habe leider entdeckt, dass Krieg fürchterlich grausam ist. Ich bin jetzt an der Front, und das ist wirklich die Hölle: Granaten explodieren, Kanonen und Gewehre schießen, Menschen sterben. Es ist eine apokalyptische Vision.
Wir sind seit Anfang des Stellungskrieges in Schützengräben versteckt. Dort ist es grausam: Wir sind alle schmutzig wegen des Schlamms, wir können uns nicht waschen, weil es nicht genug Wasser gibt, es gibt keine Hygiene, alles ist schmutzig. Viele Ratten leben an der Front, sie sind groß und fressen die Leichen unserer Freunde und versuchen unser Essen zu fressen, wir müssen unser Brot verstecken. Ich hasse sie. Wir haben auch zu oft Hunger und Durst, weil es schwer ist, Essen und Wasser in die Schützengräben zu bringen. Wir sind todmüde wegen der Laute, wir können nicht schlafen. Die Läuse bringen uns keine Ruhe, sie sind in allen Köpfen.
Unsere Moral ist deswegen und auch aus anderen Gründen sehr schlecht: Viele unserer Kameraden sterben, wir sehen immer tote Körper, wir haben Angst vor dem Tod und wir fragen uns, wie lange wir noch überleben werden. Die neuen Waffen sind wirksam: Kanone und Pistole gab es schon vorher, aber nicht so modern. Die Luftwaffe ist ganz neu, wie das Gas, das tödlich ist. Wir haben Masken, aber sie sind manchmal schlecht, und man kann das nicht wissen, bevor man sie benutzt hat, und dann ist es vielleicht zu spät. Um unsere Moral zu erhöhen, schenken uns die Offiziere Tabak und Alkohol. Wir starten manchmal Offensiven gegen die Soldaten der anderen Seite. Der Stacheldraht, der unsere Schützengräben schützen muss, wird in diesen Fällen ein Feind: Wir müssen ihn durchschneiden, er hindert uns am Vorwärtskommen, wir können nicht schnell laufen und sind für die anderen leicht zu erschießen. Dann sollen wir über das Niemandsland laufen, und das ist sehr gefährlich wegen der Flugzeuge, des Schießens, der Granaten und der Bomben. Es gibt dort keine Pflanzen mehr, nur Matsch und Bombenlöcher, die sehr groß sein können. Keine Offensive hat bis jetzt Erfolg gehabt, aber viele sind deswegen tot.
Wir sind jetzt fast alle hoffnungslos. Wir wünschen uns nur das Ende des Krieges.
(Bérengère Duvernueil)
Dernière modification le 29-05-08 par