von Diane DURET, Terminale S 5/ OIB
Am 16. September 2009 fand ein gemeinsamer Ausflug der englischen und deutschen Terminaleschüler nach Caen statt, siehe auch den Artikel von Frau Cellier. Auf deutscher Seite wurden die Schüler der OIB-Gruppe und der DSD-Gruppe von Frau Frémont und Herrn Ahlswede begleitet.

Auf der Fassade dieses weißen Gebäudes steht die Aufschrift: „La douleur m’a brisée et la fraternité m’a relevée“, die für den Frieden und die Solidarität zwischen den Völkern plädiert. Im Gebäude werden die historischen Hauptereignisse ab 1918 und dem Ende des Ersten Weltkrieges bis heutzutage durch verschiedene Ausstellungen, Filme wie auch begleitende Gruppenaktivitäten für Jugendliche dargestellt.
fängt am Ende des Ersten Weltkrieges an und stellt die verschiedenen Konsequenzen wie auch die Hauptereignisse dar, die zum Zweiten Weltkrieg geführt haben. Beim Zweiten Weltkrieg liegt der Schwerpunkt auf dem Widerstand und der Kollaboration während der deutschen Besatzungszeit in Frankreich. Für Leute, die sich für andere präzise Fakten des Krieges interessieren, gibt es kleine Nebenräume.
beginnt, wo die erste aufgehört hat: am Ende des Zweiten Weltkrieges. Vor allem wird der Kalte Krieg zwischen den zwei Supermächten, den UdSSR und den USA, bis zum Ende des 20. Jahrhunderts thematisiert: die ideologische Propaganda beider Blöcke, das Leben im Westen und im Osten, die verschiedenen Konfrontationsebenen des Kalten Krieges, usw. Diese zweite Ausstellung endet mit dem Fall der Berliner Mauer, ohne zu vergessen, die Dekolonisation, die auch Mitte des 20. Jh. stattgefunden und bei den internationalen Berziehungen eine Rolle gespielt hat, darzustellen. Beide Ausstellungen sind auch so konzipiert, dass ihre Ausstattung die Stimmung dieser historischen Periode widerspiegeln soll; zum Beispiel steigt man in Spiralen hinunter in immer dunklere Räume, wenn man von den 20er Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg geht.
ermöglicht, einen in der Ausstellung erwähnten Aspekt des Kalten Krieges zu vertiefen, nämlich die verschiedenen Konfrontationsebenen zwischen beiden Supermächten. Anhand von Bildmaterial wie auch relevanten „Objekten“ wird veranschaulicht, dass der Kampf sich in verschiedenen Einflussbereichen, im Rüstungs-und Weltraumwettlauf, bei den sportlichen Rekorden abspielte. Die Filme, die in den Projektionssälen laufen, bringen zusätzliche Information zu beiden Ausstellungen. Der erste, „Le Jour J“ steht im engen Zusammenhang mit dem Ort des Mémorials; es wird nämlich über die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 berichtet. Der zweite „L’espérance“ zeigt in kurzen Auszügen Hauptfriedens- aber auch Kriegsereignisse der modernen Welt und plädiert so für die Erhaltung und Verbreitung des Friedens. Zusätzlich läuft zurzeit eine Sonderausstellung über die Shoah, wo auf die persönlichen Schicksale der Juden hingedeutet wird.
denn sie erklären in kurz gefasster und deutlicher Weise die wichtigsten Ereignisse. Es wird auch sehr viel mit visuellem Material (Filme, Fotos, Plakate, ...) gearbeitet, was das Ganze sehr attraktiv macht.

die beginnende Konfrontation zwischen den kapitalistischen USA und dem Kommunismus wider. Es handelt sich um ein Plakat der „Parti Communiste Français“ von 1947. Ein gigantischer, schwarzer Krake mit der amerikanischen Fahne auf dem Leib und Dollar-Zeichen in den Augen scheint Frankreich in seine Fangarme nehmen zu wollen. Darunter stehen die Aufschriften: „Non! La France ne sera pas un pays colonialisé“ und „Les Américains en Amérique“. Die kommunistische Propaganda deutet also auf den Imperialismus der USA (beide Aufschriften) sowie auf ihre kapitalistischen und finanziellen Interessen (Dollar-Zeichen) hin. Die Figur des gigantischen schwarzen Kraken mit seinen gierigen Fangarmen, die zum Teil schon über Frankreich liegen, schafft es auch, die Amerikaner als sehr bedrohend zu kennzeichnen. Bei der beginnenden Konfrontation der zwei Blöcke und ihrer Ideologien ist dieses propagandistische Plakat ein Plädoyer der kommunistischen Partei Frankreichs, dieses Land frei vom amerikanischen Einfluss zu halten. Die Sonderausstellung über die Shoah ist auch anschauenswert. Sie ist nicht gross, aber geht bei diesem Thema sehr auf menschliche, persönliche Schicksale ein, und schafft es also, den Zuschauer zu ergreifen.
ist auch insofern gut konzipiert, als sie es ihnen ermöglicht, selbst einen Aspekt des Kalten Krieges zu erarbeiten, und dies anhand von konkretem Material, was das Ganze angenehm macht. Jedoch könnte man an diesem „Workshop“ kritisieren, dass er, wenn die einzelnen Gruppen ihre Arbeitsergebnisse vorstellen, ein bisschen zu „verschult“ wirkt und die Aufmerksamkeit manchmal sinkt, weil von Materialien gesprochen wird, die die Zuhörer nicht richtig sehen können.
sind die gezeigten Ausschnitte, die jeweils auf ein verschiedenes Ereignis hindeuten, sehr anrührend (vor allem bei „L’espérance“) und schaffen es auch, den Zuschauer in die Stimmung der Zeit zu versetzen (am Anfang von „Le Jour J“ erfolgt durch einen zweigeteilten Schirm eine sehr gute Widergabe der Vorbereitung und dann der Konfrontation der Alliierten und Deutschen bei der Landung). Man könnte dennoch bedauern, dass der erste Film schnell über alle einzelnen Kämpfe der „Bataille de Normandie“ berichtet und eine Aufzählung von für nicht eingeweihte Leute ziemlich unbedeutenden Ereignissen präsentiert.
Das Mémorial de Caen schafft es, zwei wichtige Ziele zu erfüllen: dem Besucher werden die wichtigen historischen Ereignisse der modernen Welt in Erinnerung gerufen, und es wird so (auch vor allem durch den Film „ L’Espérance“) für die Erhaltung und Verbreitung des Friedens plädiert.
Dernière modification le 17-01-10 par