... und wieder ging es mit der Première nach Berlin, vom 7. -13.November, 19 Schülerinnen und Schüler in Begleitung von Frau Lehre und Herrn Ebert. Zum zweiten Mal nahmen uns Familien der Zehlendorfer Emil-Molt-Schule auf, einer Berliner Waldorfschule, die wir auch einen Vormittag lang besuchten.
Den Anregungen der Teilnehmer der Vorjahresreise entsprechend, wurde mehr Zeit für das Leben in den Gastfamilien und mit den Austauschpartnern eingeplant, wurden bewährte Programmpunkte beibehalten und um manchen neuen Punkt ergänzt. An zwei Tagen war ein Marathonprogramm zu absolvieren, die übrigen boten dafür mehr Entspannung und Freizeit.
Beispiele aus Schülerberichten zu neuen Aspekten der Berlinreise:
Der Bundesrat: Der Bundesrat ist die Vertretung der Länder und Gesetzgebungsorgan. Sein Gebäude ist das ehemalige preußische Herrenhaus.

Im Plenarsaal gibt es keine Debatten, dort werden die Gesetze und Änderungsanträge vorgeschlagen, die vom Bundestag, von der Bundesregierung und dem Bundesrat selbst kommen. Danach wird durch Handheben abgestimmt. In unserem Rollenspiel haben wir über das Rauchverbot an öffentlichen Plätzen geredet: einige waren dafür, aber die Mehrheit hat verschiedene Änderungen vorgeschlagen. Der Bundesratspräsident (Anatol) eröffnete die Versammlung und ein Vertreter der Bundesregierung (Ségolène) stellte das Gesetz vor, zu dem die Vertreter der Bundesländer (die übrigen Schüler) Stellung nehmen mussten. Trotz einer hochspannenden Rede des Vertreters Bayerns über die Wirkung des Rauchverbots auf Tourismus und Wirtschaft hat die Mehrheit für den Vorschlag Niedersachsens gestimmt. (Geoffrey/ Paul-Henri)

„Faust“ im Deutschen Theater: Auch wenn sie nicht immer die Originalorte und -situationen zeigte, war es eine tolle Aufführung, die ich wirklich gemocht habe. Freilich fiel es mir manchmal schwer, Goethes Sprache zu verstehen und einen Teil meiner Freunde brachte sie zum Schlafen ... (Ségolène) Das Sprichwort "In der Kürze liegt die Würze“ hat der Regisseur wahrscheinlich etwas zu ernst genommen. (...) Die Auswahl der ausgelassenen Passagen war nach meiner Meinung nicht richtig überlegt. Es gab auch gute Ideen und Beiträge in der Inszenierung, wie das Bühnenbild: Eine runde Drehscheibe, die sich erst nach der Wette und dem 1. Treffen mit Gretchen öffnet. Das steht für die Gewinnung eines neuen Sinnes in der Existenz von Faust: die Liebe. (Christophe) Nach dem Schluss fühlt man sich infrage gestellt. Man hat den Eindruck etwas zu suchen: eine Antwort? eine Erklärung? Vielleicht versucht man sich in Faust zu erkennen. Die grausame, belastende Inszenierung des Stückes provoziert also ein Unwohlsein, das Zweifel an der menschlichen Natur hervorbringt. Ich fand es zuerst schwer einen Sinn herauszuarbeiten. Ich wurde von der Inszenierung verunsichert: Keine Kostüme, sondern „alltägliche“ Kleider, nur ein Bett und ein Kreuz an der Wand als einzige Elemente der Bühne ... Das war eine ganz interessante Erfahrung, weil man unter „Faust“ eher klassische Literatur versteht und das aber alles andere als klassisch war. (Julia)
Führung durch das Berliner Ensemble: 23.30 Uhr, seit ein paar Minuten stehen wir in der Eingangshalle des BE und endlich passiert etwas. Ein älterer Mann kommt in die Halle. Er ist das dienstälteste Mitglied des BE, ein pensionierter Schauspieler und heißt Werner Riemann. Dieser Mann macht uns die Führung (Zuschauerraum, unter der Bühne, Künstlerlogen, Gipsmasken bekannter Schauspieler, auch Brechts und seiner Tochter) magisch und anschaulich. Dann gehen wir nach „Hause“, auch wenn die Führung noch weitergeht, aber die ganze Klasse ist todmüde von diesem anstrengenden, aber sehr interessanten Tag. (Maxime)
Während unserer Reise hatten wir oft Freizeit. Das war für uns die Zeit, die wir fast immer zusammen mit den Deutschen verbracht haben, ohne dass die Lehrer uns begleiteten. Am Abend waren alle Franzosen und alle Deutschen zusammen und die Stimmung war immer sehr gut. Wir sind zusammen in Billardkneipen und Pubs gegangen. Manche waren auch einmal im Kino. Diese Freizeit mit den Deutschen war toll für alle, wir haben uns sehr gut miteinander verstanden und auch viel gesprochen!
Am Samstag waren wir auf dem Martinsmarkt in der Emil-Molt-Schule. Unsere Austauschpartnerin verkaufte English Tea und Muffins, es war lecker. Dann haben wir die vielen Stände besichtigt: Es gab auch viele kleine Dinge für Weihnachten: Kerzen, Sterne, ... auch Halsketten und vielen anderen Schmuck.

Am Sonntagabend waren wir wieder in einer Bar. Es gab überall Sand auf dem Boden, das war lustig. Schon war es unser letzter Abend in Berlin. (Margaux, Lauriane u.a.)
Dernière modification le 17-09-08 par