Nach meiner Ausbildung an der Handelshochschule HEC (1984) habe ich meine berufliche Laufbahn begonnen, indem ich acht Jahre lang bei Rhône-Poulenc gearbeitet habe, einer grossen internationalen Gruppe, die sich über die Jahre der Globalisierung hinweg zu Sanofi-Aventis gewandelt hat.
Als Auditorin hatte ich Gelegenheit in verschiedenen Ländern zu arbeiten : in Deutschland und Österreich, aufgrund meiner Deutschkenntnisse, aber auch in Korea (eine unvergessliche Erfahrung), USA, Italien und den Niederlanden.
Daraus habe ich den Schluss gezogen, dass - selbst wenn man sich in einer gemeinsamen Sprache verständigen kann - die Schwierigkeit in der Zusammenarbeit mit anderen Ländern vor allem darin besteht, zu verstehen wie die Leute arbeiten und leben.
Da habe ich meine Flugtickets zur Seite gelegt und 1992 bei Supélec angefangen, einer grossen Ingenieursschule. Ich habe dort 13 Jahre lang mit viel Freude gearbeitet, da ich das Glück hatte, mehrere Projekte zu führen, wie z.B. die Neugestaltung des EDV-Systems, mehrere umfangreiche Bau- und Immobilienprojekte, sowie die Teilnahme an der Entwicklung des Finanzierungsplans europäischer Projekte und einer Audit für den Rechnungshof.
Parallel dazu, sind meine Kinder zur Welt gekommen, und ich konnte meine Rolle als Generalsekretärin bei Supélec und meine Rolle als Mutter mehr oder minder gut miteinander kombinieren.
2005 habe ich beschlossen, die Arbeit zu wechseln ; doch ich hatte mich mit dem Virus des Bildungswesens angesteckt. Und so habe ich ganz selbstverständlich die Stelle als Direktorin der Sections Internationales akzeptiert.
Dabei finde ich den internationalen Aspekt meiner Anfänge wieder, auch wenn dieser bei Supélec nicht ganz verloren war : 30 % der Schüler haben eine lange Erfahrung in ausländischen Schulen. Ich bleibe also dem Bildungswesen treu.
Für das Projekt der Sections Internationales bin ich leidenschaftlich bei der Sache. In einer Zeit, in der ständige Anpassungsfähigkeit gefordert ist, werden die Schüler, die in den SIS ausgebildet werden, gut darauf vorbereitet. Sie lernen zwei verschiedene Kulturen kennen und leben mit ihnen. Französische Aufsätze und Artikel schreibt man eben nicht wie englische oder deutsche.
Irgendwo zwischen diesen zwei Methoden, die die Schüler von der Vorschule bis zum Abitur begleiten, lernen sie einen Raum der Freiheit und Selbstenfaltung kennen. Ist nicht genau das, das Ziel der Erziehung, über die schulischen Kenntnisse hinaus ?
Dernière modification le 15-11-08 par