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Theater

Der gute Mensch von Sezuan

Am 29. und 30. November 2012 führte die deutsche Abteilung Bertolt Brechts Bühnenklassiker "Der gute Mensch von Sezuan"auf.

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Die Götter suchen in ganz Sezuan nach einem guten Menschen
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Viele hervorragende Musiker führten durch das Programm

Das Stück war extra so umgeschrieben worden, dass jeder Schüler, der wollte, mitspielen konnte.

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Am Schluss gab es den verdienten Applaus
Noch mehr Bilder von Olivier Silberzahn sind hier zu sehen: http://www.graphz.fr/galeries/2012-...

Zur Erläuterung ein erklärendes Wort von Ingrid Lehre, der Gesamtleiterin dieses schönen Projektes:

Liebes Publikum der Bühne,

Sie werden den guten Menschen kennen lernen. Sie sind selbst einer? Nun, dann wird es Ihnen nicht so schwerfallen, ihm zu folgen, auch wenn unser guter Mensch von 7 ver-schiedenen SchauspielerInnen verkörpert wird... Dagegen .... als guter Mensch kennen Sie sich natürlich auch mit Göttern aus und mit der Moral. Hmm .... da werden Sie irritiert sein. Nicht wegen der Vielfachbesetzung, eher weil sie nicht Ihren Vorstellungen entsprechen werden ... Ja und dann noch der Schluss...! Wahrscheinlich auch nicht nach Ihrem Geschmack, tut mir Leid. ... Doch das geht auf Brechts Konto!

Also schnell mal eine kleine Orientierungshilfe: „Der gute Mensch von Sezuan“ handelt von einer jungen Frau, für die es ganz natürlich ist, ihren Mitmenschen in Not zu helfen, so gut sie kann. In der Welt, in der sie lebt, gibt es nicht viele solcher Menschen, die ihrer Humanität ent-sprechend leben. Die Zeiten sind hart und so kämpfen die Menschen um’s Überleben, egoistisch und rücksichtslos. Der Zustand der Welt stellt die Religion in Frage, denn: wo bleibt da die Moral? Der Himmel great gleichfalls in die Krise: sollte es etwa unmöglich sein, die Gebote in der Welt, wie sie ist, zu halten? Wie aber sollte dann die Existenz der Götter gerechtfertigt werden? Die Götter brauchen also einen guten Menschen. Shen Te soll beweisen, dass keine Veränderungen nötig sind, dass der Mensch auf dieser Welt, ganz und gar gut sein und dabei menschenwürdig leben kann. Doch Shen Te scheitert an diesem Anspruch. Sie kann die Not der achtköpfigen Familie, des Schreiners, Arbeitslosen und ihres Geliebten Sun nicht lindern, ohne die eigene Existenz zu gefährden. Als Shui Ta schützt sie sich und das Kind, das sie erwartet, und – verstößt gegen die Gebote der Nächstenliebe. Selbstschutz und Güte spalten sie in zwei Hälften. Ergebnis des Experiments: Solange Ungleichheit, Armut, soziale Probleme weiterbestehen, great Selbstschutz zu Härte und wahre Güte führt in den Ruin und wird als naiv belächelt.

Brechts 1943 erstmals aufgeführtes Stück ist nicht realistisch. Es ist ein Lehrstück, versteht sich als Parabel und dem Zuschauer fällt die Aufgabe zu, es auf seine gesellschaftliche Wirklichkeit zu beziehen und sich mit Brechts Thesen auseinanderzusetzen. Und wie auch immer man sich zu dem Marxisten Brecht stellen mag, in der Konfrontation mit dem Elend vor unserer Haustür und mit der Not in der Welt – sind wir da nicht heute noch und wieder in zunehmendem Maße alle Shen Te und Shui Ta? Und haben wir nicht allzu schnell die üblichen Alibis und Ausflüchte bei der Hand wie „ man kann als Einzelner ja doch nichts tun“ oder „ mein Land kann ja wohl kaum die Armen der Welt aufnehmen“ ? Mit dem Widerspruch von abendländischer Ethik und sozialer Härte zu leben, ist uns selbstverständlich hingenommene Realität. Brechts Stück macht uns diese routinierte Gespaltenheit bewusst und stellt sie in Frage.

Nun werden Sie – nur zu berechtigt – fragen: ein solches Stück spielen Sie mit so vielen Schülern der Unter- und Mittelstufe?? Gestehen wir es ein: die Stückwahl erfolgte mit dem Blick auf die Oberstufe für die Hauptrollen. Doch der Enthusiasmus der Collège-Schüler, die in die Rollen dängten, war uns wichtiger als die altergemäße Rollenbesetzung. Und da auch jeder, der es wünschte, eine Rolle bekommen sollte, müssen Sie nun höllisch aufpassen und auf die „Beschriftung“ der Rollenträger achten. Trotzdem: viel Vergnügen und ergiebiges Nachdenken.

Allen Helfern und der Deutschen Botschaft Paris dankend, grüße ich Sie im Namen aller Kollegen Ingrid Lehre

Auch Hélène Dubourg, die dankenswerterweise alle freiwilligen Helfer organisierte, bedankt sich:

Je tenais à vous remercier pour votre engagement pour la réussite de ces deux représentations de théâtre « Der Gute Mensch von Sezuan » qui ont été un succès pour les organisateurs et pour les élèves qui y participaient.

Je vous transmet également les remerciements de Mme Potonnier et ceux de Mme Lehre qui ont grandement apprécié notre participation active.

Avec, dans l’ordre (et dans le style « au théatre ce soir » pour les francophones qui ont mon âge !) :

Au bar, Patrick Frapech (coordination bar), Christine Douchet, Bruno Lackmé, Anne Catherine Avare, Emmanuelle Brocker, Hélène Dubourg, Laurence Turpin, Christine Grière, Isabelle Lozachmeur

Aux billets, vente DVD et à la sécurité, Monika Reichardt

Aux fleurs, aux courses et au bar, Christine Douchet

A la sécurité (et un peu à la « police » aussi !) Laurent Turpin (coordination sécurité), Monika Reichardt, Karine Radkowsky, Agnès Lion, Suzanne Hörmannsdorfer, Sylvie Vilbois, Catherine Laplagne, Lorraine Person, Semren Bozana, Gabi Altmann, Amélie Walter, Thierry Douchet, Anne Menschick, Jean Claude Lescure, Annett Rech, Juliane Bleckmann, Michel et Henriette Hazenberg ;

Au maquillage, Christine Desbenoit (coordination maquillage), Blandine Steiner, Clara Ducrocq et Stéphane Roger-Bonnafous-Boucher

Aux photos, Olivier Silberzahn ;

A la caméra, M. Vittini et David Martin ;

Et au casse-croute des professeurs, Myriam Le Floc’h

Et j’en oublie certainement.

Dernière modification le 07-12-12 par Delumeau Andrea