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Schulleben

„Bonjour les Corres!“: Austauschschüler zu Besuch in Sevres: zwischen Berührungsängsten und Organisationsstress von Nikola Gazzo (Mit 4 SIS-lern absolut Austausch erfahren)

Die Abschiedsszenen waren herzzerreißend – nicht nur, weil die Mädchen in der Überzahl waren, nein, es hatte wirklich allen gut gefallen – und die Versprechungen zum baldigen Wiedersehen waren aufrichtig! Der Abschluss eines erfolgreichen Austauschprogramms einmal Köln hin und Paris wieder zurück!

Klar, wir Mütter (und auch manche Väter) atmeten auf und waren sogar ein bisschen stolz, als gesagt werden konnte: „Ende gut alles gut“; und dass wir mal wieder ein kleines Steinchen beigetragen hatten zu dem ach so komplexen Konstrukt der deutsch-französischen Beziehungen... Das von der SIS zu Recht so gewünschte Austausch Programm trägt zweifelsohne auf „grass-roots-level“ zu den hehren Zielen unserer Politiker bei, aber wie schaut so etwas ganz konkret aus, z.B. für eine 5-koepfige Familie, die den ganz normalen Wahnsinn des Ile- de- France-Alltags auf oft allzu beengtem Raum durchlebt?? Wie integriere ich da noch ein körperfremdes Element mit ich weiß nicht genau welchen Ansprüchen??

Und der Druck der Anspruche wurde auch noch dadurch erhöht, als dass die Hinreise unserer Lieben nach Köln sich als ein absolut perfekter und erfolgreicher Austauschaufenthalt gestaltet hatte und wir schließlich (die „consignes“ waren unzweitdeutig...) die Retour-Kutsche nicht weniger perfekt zu gestalten hätten...

Manche Mutter trieb das zu Schweiß- und Angstausbruechen- zu Recht!!

Aber in Köln und anderswo outre-Rhin wird auch nur mit Wasser gekocht und jede oder jeder „Chef de famille“ eines SIS Schülers sollte sich bewusst sein, dass der „Erfolgszwang“ der Austauschprogramme auf vielen Schultern ruht, und dass die Motivationen hüben und drüben absolut gleich groß sind, den Aufenthalt erfolgreich zu gestalten: Die Austauschschüler haben bereits (dank ihrer Lehrer und Begleitpersonen) ein dichtes kulturelles Programm wahrend der Woche, um das andere Land und dessen Kultur kennen zu lernen. Als Familie trägt man sicherlich einen wichtigen Teil des Kennenlernens der kleinen aber feinen Unterschiede der Kulturen am Wochenende bei, das sollte aber vollkommen natürlich geschehen, ohne goesseren Beitrag oder „effort“ unserer Seite.

Wichtig ist, dass die „Chemie“ zwischen den Austauschschülern stimmt, und da kann man einiges dazu beitragen, z.B. indem man sich ein wenig konzertiert, welcher Austauschschüler mit wem befreundet ist, oder wenn man durch ein paar msn oder E-Mails austauscht, „wer mit wem und wo“; so gewinnt man schon die halbe Miete, bzw. den halben Erfolg des Austauschprogamms „en famille“. Denn selbst wenn die Affinitäten nicht allzu groß sind zwischen den direkt betroffenen „corres“ (und das darf und kann vorkommen), können Aktivitäten am Wochenende in einer Grosseren Gruppe diese Ungereimtheiten spielend ausglätten.

Gedacht, gesagt, getan (oder „veni, vidi,vici“), dank Rund-Mail-Austausch-Organisationen kamen vielerlei Aktivitäten zustande: „accro-branches, Bowling, carting“ für die Sportlichen, „Louvre, Eiffelturm, quartier latin“ für die Kulturellen und „Grands Boulevards, Champs Elysee, Muette-Passy“ für die Shopper – für jeden etwas und alles für alle – in einem Falle wurde sogar eine ganze Creperie beschlagnahmt, denn wo können 22 Austauschschüler mit ein paar begleitenden Eltern gemeinsam Abendessen im quartier latin??

Dank Handy, E-Mail und Net (respektive Sicherheit, Infos und Reservierungen) und den vielseitigen, ganz „normalen“ menschlichen SIS- Verstrickungen und -Freundschaften wurde alles zu einem großen Erfolg und ich bin sicher: das lauft genauso hüben und drüben des Vaters Rhein!

Also bitte in Zukunft: keine Beruehrungsaengte und so wenig Organisationstress als möglich!

Den Bericht einer Schülerin kann man hier finden.